Was haben Student Agency und ReMoodle miteinander zu tun? Interview mit KI
Über diesen Text
Das nachstehende Interview ergründet, wie uns das Konzept von Student Agency helfen kann, die Idee von ReMoodle besser verstehen, erklären und ausgestalten zu können. Auch umgekehrt gilt: Die Auseinanderung mit ReMoodle kann helfen, das Konzept Student Agency mit Bedeutung zu füllen.
Die Antworten basieren auf einem Dialog zwischen Jöran Muuß-Merholz (Fragen und Prompting) und der KI-Suchmaschine perplexity.ai (Antworten). Dadurch, dass perplexity vorhandene Quellen durchsucht und zusammenfasst, kann die Abkürzung „KI" hier als Mischung von „künstliche Intelligenz" und „kollektive Intelligenz" interpretiert werden.
Sowohl bei Student Agency als auch bei ReMoodle handelt es sich, Stand 2025, um neue und bisher nur grob ausgearbeitete Ansätze. Vor diesem Hintergrund entspricht das grobe, ungenaue Vorgehen dieses Textes der explorativen Zielsetzung: Sowohl die wissenschaftliche Ausarbeitung der Grundlagen als auch die praktische Synthese beider Ansätze stecken in den Kinderschuhen. Es geht also (noch) nicht um belastbare Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen, sondern um ein tastendes Kennenlernen des Themenfelds.
1. Was verbirgt sich hinter dem Konzept Student Agency?
Student Agency ist ein facettenreicher Ansatz, der weit über traditionelle Konzepte von Schülerpartizipation hinausgeht. Nach der OECD-Definition im Learning Compass 2030 beschreibt Student Agency „die Kapazität, sich Ziele zu setzen, zu reflektieren und verantwortlich zu handeln, um Veränderungen zu bewirken"[1][2]. Es geht fundamental darum, zu handeln statt behandelt zu werden, zu formen statt geformt zu werden[1].
Zentrale Dimensionen von Student Agency umfassen die Entwicklung von Identität und Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit zur Ko-Konstruktion mit Lehrenden[1][2]. Besonders wichtig ist der AAR-Zyklus (Antizipation-Aktion-Reflexion), der Lernende dazu befähigt, eigene Lernziele zu definieren, Handlungsstrategien zu entwickeln und ihre Lernprozesse zu evaluieren[3][4].
Student Agency unterscheidet sich wesentlich von bloßer Autonomie oder Student Voice – es ist keine Persönlichkeitseigenschaft, sondern eine entwickelbare Kompetenz[1][2]. Während Student Voice primär das Äußern von Meinungen meint, geht Agency darüber hinaus zur tatsächlichen Gestaltungsmacht über Lernprozesse.
2. Wie verbreitet und fundiert ist das Konzept bisher?
Student Agency hat in den letzten Jahren erheblich an wissenschaftlicher und bildungspolitischer Aufmerksamkeit gewonnen, weist aber noch deutliche konzeptionelle und empirische Lücken auf. Das Konzept ist stark in internationalen Bildungsrahmen wie dem OECD Learning Compass 2030 verankert[1][2] und wird zunehmend in Bildungsreformen weltweit integriert.
Allerdings zeigen sich erhebliche Limitationen: Es gibt keine einheitliche Definition des Konzepts[5], und die Abgrenzung zu verwandten Konstrukten wie Selbstregulation oder Autonomie bleibt unscharf[5]. Kritische Forschungsbefunde zeigen, dass es keine entwicklungsbezogenen Trajektorien gibt, die beschreiben, wie Student Agency entsteht oder sich über verschiedene Klassenstufen entwickelt[5].
Empirische Evidenz ist noch begrenzt: Es fehlen valide Messinstrumente, die meisten Studien basieren auf Selbstberichten mit sozialer Erwünschtheit als Bias[5]. Zudem variiert das Konzept stark kulturell – viele Sprachen haben keine direkte Übersetzung für „Student Agency"[2][6], was die universelle Anwendbarkeit in Frage stellt.
Praktische Herausforderungen umfassen Widerstand von Lehrenden gegenüber veränderten Machtstrukturen[7], strukturelle Barrieren durch standardisierte Curricula und die Gefahr, dass Student Agency zu selektivem Lernen führt, bei dem Lernende nur noch interessengeleitete Themen verfolgen[8][9].
3. Mit welchen anderen Konzepten ist Student Agency inwieweit verwandt?
Student Agency steht in enger Verwandtschaft zu mehreren pädagogischen Konzepten, unterscheidet sich aber in wichtigen Aspekten:
- Self-Directed Learning (SDL) fokussiert auf die Eigeninitiative beim Lernen – Lernende diagnostizieren selbst ihre Lernbedarfe und wählen geeignete Strategien[10][11]. Während SDL primär prozessorientiert ist, geht Student Agency darüber hinaus zur identitätsbezogenen Gestaltungsmacht.
- Self-Regulated Learning (SRL) integriert metakognitive, motivationale und behaviorale Aktivität[12][13] und zeigt starke Überschneidung mit Agency, da beide die bewusste Steuerung des Lernprozesses betonen[13]. SRL ist jedoch stärker auf strategische Kompetenzen ausgerichtet, während Agency identitäts- und wertebasiert wirkt.
- Learner Autonomy beschreibt die kritische Reflexions- und Entscheidungsfähigkeit über das eigene Lernen[14][15]. Van Lier betont: „Ich finde es schwer, Agency von Autonomie zu unterscheiden"[14]. Der Unterschied liegt im sozialen Einbettungsgrad: Autonomie betont individuelle Unabhängigkeit, Agency hingegen Ko-Konstruktion mit anderen.
- Student Voice meint zunächst das Äußern von Meinungen, kann aber zu Agency erweitert werden, wenn Lernende tatsächlich Entscheidungen treffen und Handlungen initiieren[16][17]. Co-Agency bezeichnet die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden als Ko-Konstrukteure des Lernprozesses[1][2].
4. Wo gibt es Überschneidungen und Synergien zwischen Student Agency und ReMoodle?
Die konzeptionellen Verbindungen zwischen Student Agency und ReMoodle sind bemerkenswert komplementär und verstärken sich gegenseitig:
- Überwindung der Kurslogik: Beide Ansätze kritisieren lineare, lehrkraftzentrierte Strukturen[18]. ReMoodle möchte die traditionelle Moodle-Kurslogik aufbrechen, während Student Agency die passive Konsumentenrolle von Lernenden überwindet. Gemeinsam ermöglichen sie den Wandel von instruktionalen zu ko-konstruktiven Lernformen.
- Prosumenten-Paradigma: ReMoodle zielt explizit darauf ab, dass „Lernende zu Prosumenten werden und Student Agency ausüben"[18]. Dies schafft die technisch-didaktische Infrastruktur für das, was Student Agency konzeptionell fordert: Lernende als aktive Gestalter statt passive Empfänger.
- Partizipative OER/OEP-Potentiale: Beide Konzepte fördern offene, kollaborative Lernformen[18]. ReMoodle macht diese durch konkrete Templates und Patterns praktisch umsetzbar, während Student Agency die theoretische Fundierung für partizipative Bildung liefert.
- Ko-Agency durch Technologie: ReMoodle kann Co-Agency – die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden – technisch unterstützen, indem es Strukturen für gemeinsame Inhaltserstellung, Peer-Learning und selbstorganisierte Lerngruppen bereitstellt.
5. Wie können praktische ReMoodle-Umsetzungen Student Agency unterstützen?
ReMoodle kann Student Agency durch konkrete didaktisch-technische Innovationen systematisch fördern:
- Nicht-lineare Lernpfade: Statt vorgegebener Kurssequenzen ermöglicht ReMoodle selbstgewählte Navigationswege durch Lerninhalte. Lernende können eigene Lernrouten entwickeln, was den AAR-Zyklus (Antizipation-Aktion-Reflexion) technisch unterstützt.
- Prosumenten-Tools: ReMoodle kann Inhaltserstellung durch Lernende fördern – von Wiki-basierten Wissensdatenbanken bis zu Peer-Teaching-Modulen. Dies stärkt die identitätsbezogene Gestaltungsmacht, die für Student Agency zentral ist.
- Ko-konstruktive Assessments: Durch Portfolio-Systeme, Peer-Reviews und selbstreflexive Bewertungstools können Lernende ihre eigenen Lernziele definieren und Fortschritte selbst evaluieren – Kernkompetenzen von Student Agency.
- Community-basierte Lernräume: ReMoodle kann themenbasierte Lerngemeinschaften statt klassenbezogene Kurse ermöglichen, in denen Lernende eigeninitiativ Projekte starten und Leadership übernehmen.
- Adaptive Scaffolding: Templates und Patterns können schrittweise Autonomieentwicklung unterstützen, indem sie zunächst Struktur bieten und dann sukzessive Eigenverantwortung fördern.
6. Warum ist es interessant und lohnenswert, die beiden Ideen gemeinsam weiterzudenken?
Die Verbindung von ReMoodle und Student Agency bietet transformatives Potential für die Bildungslandschaft, das über die Summe der Einzelansätze hinausgeht:
- Systemische Transformation bestehender Infrastrukturen: Statt neue Systeme zu entwickeln, können etablierte LMS-Plattformen wie Moodle von innen heraus transformiert werden. Dies macht innovative Didaktik skalierbar und praktikabel für Millionen von Nutzenden weltweit.
- Theoriegeleitete Praxis: Student Agency liefert die konzeptionelle Fundierung für das, was ReMoodle praktisch umsetzt. Umgekehrt macht ReMoodle die abstrakten Prinzipien von Student Agency konkret handhabbar für Lehrende.
- Demokratisierung von Bildungsinnovation: Die Kombination ermöglicht partizipative OER/OEP-Entwicklung, bei der Lernende und Lehrende gemeinsam Bildungsressourcen ko-konstruieren. Dies stärkt sowohl individuelle Agency als auch kollektive Gestaltungsmacht.
- Zukunftsfähige Kompetenzen: Beide Ansätze fördern die 21st Century Skills – kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation und Kreativität. Lernende entwickeln metaliteracy und werden zu selbstregulierten, lebenslangen Lernenden.
- Forschungs- und Entwicklungspotential: Die Verbindung eröffnet neue Forschungsfelder zur technisch unterstützten Agency-Entwicklung und kann evidenzbasierte Weiterentwicklungen beider Konzepte vorantreiben.
- Letztendlich schaffen Student Agency und ReMoodle gemeinsam eine Vision partizipativer, technologiegestützter Bildung, die Lernende als Ko-Konstrukteure ihrer eigenen Lernwelten ernst nimmt und ihnen die Werkzeuge dafür bereitstellt.
Von Perplexity referenzierte Quellen
Dieser Text basiert auf einem Dialog mit der KI-Suchmaschine perplexity.ai, die vorhandene Quellen durchsucht und zusammenfasst. Die vollständige Liste aller 60 referenzierten Quellen:
- [1] Student agency for 2030. OECD Future of Education and Skills 2030
- [2] STUDENT AGENCY FOR 2030
- [3] „Der Lernkompass 2030 zeigt, was Schüler*innen ...
- [4] Der OECD Lernkompass 2030: Welche Kompetenzen ...
- [5] A REVIEW OF THE LITERATURE ON STUDENT AGENCY
- [6] student agency for 2030 – oecd concept note
- [7] Teachers' perceptions and responses to student agency.
- [8] 5 Problems with Self-Directed Learning | Disadvantages of ...
- [9] 5 Challenges of Self-Directed Learning We Cannot Ignore
- [10] Developing Self-Directed Learners - PMC
- [11] Self-Directed Learning | Research Starters
- [12] Self-regulated learning: a framework for adult learner ...
- [13] unpacking self-regulated and self-directed learning ...
- [14] autonomy and self-regulation - Inter_ECODAL
- [15] Self-Regulation: Why is it Important for Promoting Learner ...
- [16] Student Voice and Student Agency
- [17] Student voice, agency, participation - Roger Holdsworth
- [18] 2025-ReMoodle-_-Master-extern.docx
- [19] Student voice, participation and leadership
- [20] Cultivating Learner Autonomy Through Self-Directed ...
- [21] 10 Ways to Encourage Student Voice
- [22] STUDENT AGENCY FOR 2030
- [23] Student Voice & Participation
- [24] Student Agency for 2030 (OECD)
- [25] Become a Self Directed Learner: Tips to Foster Autonomy
- [26] A participatory approach in improving teaching and learning
- [27] Self-directed learning, autonomy and distance learning
- [28] Student voice and participatory self-governance at a German ...
- [29] Self-directed teaching: a holistic framework for educator ...
- [30] Theme 15: Student voice and participation
- [31] Making Student Agency the Norm
- [32] Self-Directed Learning for Learner Autonomy: Teachers' and ...
- [33] The impact of satisfaction, and autonomous learning ...
- [34] A Focus on Student Agency
- [35] What Is Self-Directed Learning? Benefits, Challenges & Steps
- [36] Autonomous learning and creative cognition: the mediating ...
- [37] Debunk Myths of Student Agency - Building Learning Agility
- [38] Choosing to learn: The importance of student autonomy in ...
- [39] Problems, Chances and Limitations of Facilitating Self- ...
- [40] Evidence-Based Holistic Approach to Supporting International ...
- [41] Mediating factors for student agency
- [42] Self-Directed Learning: Is There A Better Approach?
- [43] Learner Autonomy in the English Classroom: Empirical ...
- [44] Curriculum guidelines for the development of student agency ...
- [45] Challenges and Problems on Self-directed Learning ...
- [46] Exploring individual's emotional and autonomous learning ...
- [47] Advantages and Disadvantages of
- [48] AUTONOMOUS LEARNING: WHAT MAKES IT WORK IN ...
- [49] A REVIEW OF THE LITERATURE ON STUDENT AGENCY
- [50] Student voice, choice, agency, partnerships and participation
- [51] Exploring The Role Of Student Agency In Educational ...
- [52] Pupil voice and agency: Exploring the evidence-base
- [53] Relationship Between Student Perceptions of a Constructivist ...
- [54] Exploring Teacher Agency and Student Engagement
- [55] Learner Autonomy and Self-regulation in eLearning
- [56] How 'student voice' has evolved over time
- [57] From Student Engagement to Student Agency: Conceptual ...
- [58] Can You Only Diagnose What You Know? The Relation ...
- [59] Student Voice and Agency – Transforming Practice
- [60] The Benefits of Student Voice and Agency in Learning