Große offene Moodlekurse als Grundlage für ein schulisches LMS
Dieser Abschnitt erläutert die Konzeption und die Ziele des Modells „Große Kurse". Wir stellen die Gestaltung der Lernräume unter den Prinzipien des offenen und selbstgesteuerten Unterrichts der Winterhuder Reformschule (WI*R) dar. Wir schreiben aus der Perspektive der Winterhuder Reformschule, einer Langformschule von Jahrgang 0 bis 13, und haben uns 2021 entschieden, Moodle als Lernmanagementsystem flächendeckend einzuführen. Diesen Prozess haben wir mindestens zwei Mal neu gestartet. Wir verallgemeinern hier unsere Erfahrungen, Moodle mit einem ganzen Kollegium zu lernen und einzusetzen und versuchen unsere Entscheidungen nachvollziehbar zur Verfügung zu stellen.
Was sind große Kurse?
„Große" Kurse sind Moodle-Kurse für viele Personen und stellen eine Alternative zu vielen parallelen ähnlichen und oftmals lehrkräftegebundenen Kursen dar. Diese Kurse können zum Einen als Navigationskurse funktionieren, die also von einer Übersichtsseite zu anderen Kursen weiterleiten. Zum Anderen können sie auch Kurse sein, die ein bestimmtes Thema beinhalten. Zum Beispiel greifen alle Lernenden aus der Stufe 5-7 auf den Kurs „Brüche kennenlernen" zu. Statt also für jede Lerngruppe einen eigenen Moodle-Kurs für ein Fach wie Mathematik anzulegen, gibt es viele große Themenkurse, auf die alle zugreifen können und in die sich alle einschreiben, die darin arbeiten wollen (hier ist die Verbindung zu offenen Unterrichtkonzepten und selbstgesteuertem Lernen offensichtlich).
Beispiel: Alle Lernenden sind automatisch in dem Navigationskurs „Startseite 5-7" eingeschrieben und gelangen über diesen zu dem Navigationskurs „Homebase Mathe" und finden hier eine Übersicht zu vielen thematischen Kursen. Solch ein thematischer Kurs könnte z.B. „Brüche kennenlernen" sein. In diesen Kurs schreiben sich die Lernenden selbst ein. Näheres dazu in den Kapiteln „Visuelle Navigation" und „Einrichten, Verteilen, Gruppen, CSV".
Warum große Kurse?
Große Kurse wirken in das Kollegium hinein. Es gibt einen gemeinsamen, zentralen „live"-Ort für Unterricht bzw. Unterrichtsentwicklung. Teams oder Fachschaften müssen ganz zwangsläufig miteinander aushandeln, wie sie ihren Unterricht, ihre Themen und das Material gestalten und abbilden. Die Arbeit an Material findet kollaborativ statt.
Große Kurse wirken in die Lernprozesse hinein. Es gibt den Lernenden Orientierung bezüglich der Anforderungen und der Materialien. Idealerweise sind die Kurse so gestaltet, dass es innerhalb der Schule und der Fachbereiche eine Wiedererkennung der Kurse als Bestandteil dieser gibt.
Zielsetzung
- Skalierbare Unterrichtsentwicklung: Zentrale Materialien und Materialerstellung für viele Gruppen reduzieren Doppelarbeit und sichern Qualitätsstandards.
- Konsistenz & Aktualität: Ein zentraler Ort für Lehrpläne, Materialien und qualitätsgesicherte Informationsquellen.
- Teilhabegerechtigkeit: Ein einheitlicher, barrierearmer und mobil nutzbarer Zugang sowie klare Kommunikationskanäle werden geschaffen.
- Kompetenzorientierung & Nachweisführung: Es gibt einheitliche Kompetenzraster, Bewertungsregeln, Badges oder Zertifikate und Abschlussbedingungen.
- Governance & Rechtssicherheit: Rollen, Verantwortlichkeiten, Datenhaltung, Aufbewahrungsfristen sowie Archiv- und Reset-Prozesse sind geklärt.
Große Kurse aus unterschiedlichen Perspektiven
- Lernende: „Ich finde alle relevanten Inhalte und Termine zentral in meinem Kursbereich; mein Fortschritt ist sichtbar und ich erhalte zielgenaue Hinweise, was als Nächstes ansteht."
- Lehrkraft: „Ich pflege Inhalte einmal und nutze Gruppen/Gruppierungen, um differenzierte Varianten an mehrere Lerngruppen auszuspielen."
- Bereichsleitung/QM: „Ich sehe auf einen Blick Erfüllungsgrade von Kompetenzen, Bearbeitungsstände und Kursaktivität, um Maßnahmen abzuleiten."
- Stand der Unterrichtsentwicklung erfassen
- Leitung (Fach oder didaktische Leitung, Steuergruppen der Unterrichtsentwicklung): Können Arbeitsgruppen bilden, über die die Unterrichtsentwicklung, die in den großen Gruppen verortet wird, stattfindet.
- Ideal: Admin/Support: „Einschreibungen laufen automatisiert über Kohorten; Kurs-Resets/Archivierung sind planbar und risikoarm."
- Eltern: „Ich erhalte Einsicht in Themen, Inhalte und Fristen, ohne Inhalte verfälschen zu können."
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